Oberstarzt PD Dr. med. Peter Zimmermann, Leitender Arzt – Psychiatrie und Psychotherapie am Bundeswehrkrankenhaus Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,   im Namen des Psychotraumazentrums Bundeswehrkrankenhaus Berlin freuen ich mich, Sie zum 4. Berliner Traumakolloquium am 07. und 08.12.2015 einladen zu dürfen. In diesem Jahr wollen wir Ihnen erneut eine ausgewogene Mischung aus klinischer Praxis, Theorie und Forschung anbieten. Am ersten Tag des Kolloquiums wollen wir Ihnen das aktuelle MAGEN-Programm der israelischen Armee näher bringen, welches aus den umfangreichen Kampferfahrungen entstand. Dabei handelt es sich um einen präventiv gedachten Ansatz, bei dem Soldaten in die Lage versetzt werden sollen, ihren Kameraden in einer Gefechtssituation schnell und effektiv zu helfen und mit Stress umzugehen (z.B. Freezing bei jungen Soldaten). MAGEN integriert verschiedene Ansätze und Methoden: kognitiv-behavioral, psychoedukativ, Entspannung und Achtsamkeit. Die dahinter stehenden Konzepte aber auch die konkrete Anwendung werden in Form eines Workshops durch Sanitätsoffiziere der israelischen Streitkräfte direkt vermittelt. Dadurch werden die Teilnehmer im Sinnes eines „Train the trainer“ in die Lage versetzt dieses selbst zu vermitteln. Am zweiten Tag konnten wir eine Vielzahl hochkarätiger Referentinnen und Referenten aus der Wissenschaft für unser Traumakolloquium gewinnen, die aktuelle Konzepte der Versorgungsforschung, der Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen durch Soldaten und der Stigmaforschung präsentieren. Die Versorgungsangebote der Bundeswehr zu verbessern und den notwendigen Bedarf bzw. die Bedürfnisse der Soldatinnen und Soldaten auch wissenschaftlich zu erfassen stellt eine besonders zukunftsweisende Forschungsfrage dar. Denn weshalb Angehörige der Bundeswehr aber auch nach dem Ausscheiden ehemalige Angehörige der Bundeswehr bestehende Versorgungsangebote in Anspruch nehmen oder eben angebotene Hilfe nicht in Anspruch nehmen ist ein Jahr nach Ende des Afghanistan-Einsatzes nicht nur für den Sanitätsdienst sondern für unsere bundesrepublikanische Gesellschaft insgesamt von großer Wichtigkeit. Eventuell kann die Auseinandersetzung mit Stigmatisierung die mit psychischem Erkrankt-Sein einhergeht hier eine Teilerklärung liefern. So versprechen die an die Vorträge der Referierenden anschließenden Diskussionen spannend zu werden.

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PD Dr. Zimmermann Oberstarzt
4. Berliner Psychotraumakolloquium in Kooperation mit:
Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Psychotraumazentrum der Bundeswehr
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Angriff auf die Seele – Psychosoziale Hilfe für Angehörige der Bundeswehr e.V.